Die TORRO- und Fujita-Skala, angepasst für Mitteleuropa

Im folgenden wird stichwortartig die Zuordnung der TORRO- und der Fujita-Skala zur Windwirkung angegeben. Die Darstellung ist für mitteleuropäische Verhältnisse angepasst und deckt sich daher nicht völlig mit den eher für US-amerikanische Gegebenheiten gültigen Definitionen der T-Skala (Meaden, 1976) oder der von Fujita (1981) angegebenen Beschreibung der F-Skala. Eine Zuordnung zum für Zentraleuropa repräsentativen mittleren Schadensatz S für Bauten in Leicht- (S-) oder Massivbauweise (S+) erfolgt ebenfalls gemäß Dotzek et al. (2000).

T0 / F0: Schadensätze: S- = 0.05 %, S+ = 0.01 %.
Leichte Gegenstände werden vom Boden abgehoben. Äste beginnen abzubrechen, in Getreidefeldern ist der Zugweg erkennbar. Baugerüste können umstürzen, leichte Schäden an Markisen und Zelten auftreten. Dachziegel an exponierten Stellen können sich lockern. Keine Schäden an Gebäude-Tragwerken.

T1 / F0: Schadensätze: S- = 0.10 %, S+ = 0.05 %.
Gartenmöbel und leichtere Gegenstände werden umgeworfen und können durch die Luft gewirbelt werden. Holzzäune werden umgeworfen. Windbruch an Bäumen. Leichte Schäden an Dachziegeln und Verblechungen. Geringe Schäden an Leichtbauten; keine strukturellen Schäden.

T2 / F1: Schadensätze: S- = 0.25 %, S+ = 0.10 %.
Auch schwerere Gegenstände werden vom Boden aufgehoben und können zu gefährlichen Geschossen werden. Fahrzeuge und Anhänger können umgeworfen werden. Ziegel- und ungesicherte Flachdächer werden teilweise abgedeckt. Geringe bis mittelschwere Schäden an Leichtbauten; erste Schäden an strukturellen Elementen von Massivbauten möglich. An Bäumen werden einzelne starke Äste abgebrochen oder -geknickt, kleine Bäume entwurzelt.

T3 / F1: Schadensätze: S- = 0.80 %, S+ = 0.25 %.
Einzelne größere Bäume werden entwurzelt. Zahlreiche Fahrzeuge und Anhänger werden umgeworfen. Ziegel- und ungesicherte Flachdächer erleiden größere Schäden. Mittelschwere Schäden an Leichtbauten; einzelne Schäden an strukturellen Elementen von Massivbauten. Fahrende Autos werden von der Strasse gedrückt.

T4 / F2: Schadensätze: S- = 3.0 %, S+ = 0.80 %.
Schwerer Windbruch an freistehenden Bäumen und in Wäldern. Grosse Schäden an Fahrzeugen und Anhängern. Hohe Gefährdung und Schäden durch herumfliegende Teile. Ganze Dächer werden abgedeckt. Schwere Schäden an Leichtbauten; zunehmend Schäden an strukturellen Elementen von Massivbauten, Einsturz von Giebelwänden möglich.

T5 / F2: Schadensätze: S- = 10.0 %, S+ = 3.0 %.
Schwere Schäden an Dächern und Anbauten. Schwere Schäden an Leichtbauten; weiter zunehmende Schäden an strukturellen Elementen von Massivbauten. Vollständiger Einsturz einzelner Gebäude, vor allem landwirtschaftlich genutzter Konstruktionen und Lagerhallen. Kraftfahrzeuge werden hochgehoben.

T6 / F3: Schadensätze: S- = 30.0 %, S+ = 10.0 %.
Leichtbauten werden in größerem Umfang zerstört. Schwere Schäden an strukturellen Elementen von Massivbauten. Einsturz einzelner Gebäude. Schwere Kraftfahrzeuge werden hochgehoben.

T7 / F3: Schadensätze: S- = 90.0 %, S+ = 30.0 %.
Verbreitet völlige Zerstörung von Leichtbauten und schwere Schäden an Massivbauten. Einsturz zahlreicher Gebäude. Deutliche Entrindung stehen bleibender Bäume durch umherfliegende Trümmer.

T8 / F4: Schadensätze: S- = 100 %, S+ = 60.0 %.
Schwere Schäden an Massivbauten. Verbreiteter Einsturz von Gebäuden, deren Einrichtung weit verstreut wird. Kraftfahrzeuge werden über große Strecken geschleudert.

T9 / F4: Schadensätze: S- = 100 %, S+ = 80.0 %.
Überwiegend Totalschäden an Massivbauten. Züge werden von den Schienen gerissen. Totale Entrindung stehen gebliebener Baumstämme.

T10 / F5: Schadensätze: S- = 100 %, S+ = 90.0 %.
Überwiegend Totalschäden an Massivbauten.

T11 / F5: Schadensätze: S- = 100 %, S+ = 95.0 %.
Überwiegend Totalschäden an Massivbauten. Unvorstellbare Schäden entstehen.